FÄCHERROSETTE „INDIANER“

  • Darstellung wahrscheinlich in Anlehnung an den Alfelder Tierhandel
  • 1879 brachte Tierhändler Reiche eine Indianer-Truppe nach Alfeld
  • erinnert an zeittypische Tier- und Menschenschauen des 19. und frühen 20. Jahrhunderts

 

FAN ROSETTE NATIVE AMERICAN

  • image probably relating to Alfeld animal trade
  • 1879  group of Native Americans brought to Alfeld by animal merchant Reiche 
  • commemoration of shows of exotic animals and humans, typical of 19th and early 10th century

Die Entstehung dieser Fächerrosette von 1908, mit dem Bildnis eines indigenen Ureinwohners, fällt in die Zeit des besonders florierenden Tierhandels in Alfeld. Es ist anzunehmen, dass der Zeitgeist und der Tierhandel zu einem erweckten Interesse an fremde Kulturen beigetragen und den Bauherrn zu dieser Schmuckdarstellung inspiriert hat.

Möglicherweise hat auch der Auftritt von Irokesen in Alfeld im Jahr 1879 dazu beigetragen. Das Tierhandelsunternehmen Reiche zeigte die indigenen Nordamerikaner als Völkerschau in Alfeld und weiteren Städten.

„Völkerschau“ ist ein Begriff, der die Zurschaustellung von überwiegend außereuropäischen Menschengruppen bezeichnet. Gegen Eintrittsgeld wurden die als fremd empfundenen Afrikaner, Südseeinsulaner usw. unter anderem in Zoos "ausgestellt". Die Auftritte waren in der Regel inszenierte Vorführungen vom vermeintlich authentischen Alltag dieser Menschen. Tatsächlich wurden die zur Schau Gestellten aber gezwungen, den klischeehaften Vorstellungen der Europäer zu entsprechen. 

Die meisten Völkerschauen wurden im Zeitraum zwischen 1870 und 1940 gezeigt. Sie zogen ein großes Publikum an und waren für Tierhandelsfirmen ein einträglicher weiterer Geschäftszweig.