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Stadt Alfeld (Leine)
Baudezernat
Marktplatz 12 
31061 Alfeld (Leine)

Mario Stellmacher - Baudezernent
05181 703-140
stellmacher@kein-spam!!!stadt-alfeld.de

Volker Pippert - Leiter Planungsamt
05181 703-149
pippert@kein-spam!!!stadt-alfeld.de

Leitbild der Stadt Alfeld (Leine)

Stadtgebiet Alfeld (Leine)

Das Nachdenken über die Entwicklung und die Zukunft einer Stadt ist unter sich rasant verändernden wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Rahmenbedingungen ein immer wichtiger werdendes Anliegen. Im Wettbewerb mit anderen Städten gilt es, Position zu beziehen. Eine projektorientierte Stadtentwicklungsplanung ebnet dafür den Weg. Bei dieser werden keine „wissenschaftlichen Papiere“ verfasst, sondern ganz konkrete Projekte umgesetzt, die von den Bürgerinnen und Bürgern mit entwickelt werden. Das bürgerschaftliche Engagement erfüllt sie mit Leben und macht sie wahrnehmbar.

Der erste Schritt – die Leitbild-Diskussion – wurde unter Beteiligung der Bürgerinnen und Bürger im Jahr 2005 gemacht. Die Kernziele wurden formuliert, an denen sich etwaige zukünftige Projekte messen lassen müssen. Mit der gemeinsam im „Bürgerforum zur Stadtentwicklung“ erarbeiteten „Perspektive Alfeld (Leine)“ konnte der Rat der Stadt Alfeld (Leine) im Jahr 2006 das Leitbild für die Stadt Alfeld (Leine) verabschieden.

Dieses Leitbild stellen wir auf dieser Seite vor.
Ein PDF steht hier als Download bereit.


Vermögen

Erhaltung und Schaffung von Arbeitsplätzen
Grundlage jeglicher Stadtentwicklungsplanung ist die Möglichkeit der Bürgerinnen und Bürger, einer Beschäftigung nachgehen zu können. Ohne wirtschaftliche Prosperität sind die Gestaltungsmöglichkeiten der Bürgerinnen und Bürger gering sowie private Initiativen jeglicher Art eingeschränkt. Das Wirken der Bürgerschaft hat wiederum unmittelbaren Einfluss auf die Gestaltungsmöglichkeiten einer Stadt, insbesondere über die steuerlichen Einnahmen für den kommunalen Haushalt. Optimale Rahmenbedingungen für die wirtschaftliche Entwicklung zu schaffen, ist Voraussetzung einer erfolgreichen Stadtentwicklungsplanung. Dazu gehört auch die ausreichende und kostengünstige Bereitstellung entsprechender Flächen. Im Hinblick auf konkurrierende Regionen gilt es, Partner zu finden und sich als Teil eines regionalen Standortes zu etablieren. Die Wirtschaftsförderung ist bezüglich des Standortmarketings an den bestehenden Stärken auszurichten. Über neu zu schaffende „Standbeine“ sollte nachgedacht werden, um auch zukünftig die Funktion als Mittelzentrum voll wahrzunehmen.




Vielfältigkeit

Stärkung der Innenstadt
Die Stadt Alfeld (Leine) ist geschichtlich bedingt ein Sinnbild der europäischen Stadt. Die Kernstadt ist kompakt und auf die eigentliche Innenstadt, insbesondere die Fußgängerzone ausgerichtet. Die zentralen Nutzungen sind in der Innenstadt konzentriert. Dort besteht eine Mischung verträglicher Nutzungen. Innerhalb eines überschaubaren Raumes kann man wohnen, arbeiten, sich versorgen, sich bilden und sich vergnügen.

Eine lebendige und belebte Innenstadt ist das Herz einer Stadt. Geschichtlich bedingt hat die Stadt Alfeld (Leine) eine äußerst günstige Ausgangsposition. Das bauliche Erbe als Fachwerkstadt mit dem erhaltenen mittelalterlichen Stadtgrundriss vermittelt ein besonderes Ambiente. Dieses Flair macht die Innenstadt attraktiv nicht nur zum Bummeln und Einkaufen sowie als touristischer Magnet, sondern auch zum Leben und Wohnen. Neben der überaus wichtigen Versorgungsfunktion (öffentliche und private Dienstleistungen, Einkaufsstadt) ist es nicht minder bedeutsam, dass auch der Funktion Wohnen in der Innenstadt ein nicht unbeträchtliches Gewicht zukommt. Baulücken sollten, wenn möglich, geschlossen werden.

Die Fußgängerzone mit ihrer sehr hohen Aufenthaltsqualität zu erhalten, die Erreichbarkeit der Innenstadt auch mittels Parkmöglichkeiten weiterhin sicherzustellen und bei Gestaltungsfragen den Maßstab sehr behutsam zu wählen, wird Voraussetzung sein, die Attraktivität der Innenstadt beizubehalten und auszubauen. Denkmalpflege und Denkmalschutz sind als weicher Standortfaktor wahrzunehmen. Zentrale Nutzungen sind in der Innenstadt zu konzentrieren.



Vertrauen

Einbeziehung, Mitbestimmung und Mitwirkung der Bürgerinnen und Bürger
Stadtentwicklung kann nur dann erfolgreich sein, wenn sie politisch demokratisch ausgerichtet ist. Dies umfasst, die Bürgerinnen und Bürger nicht nur zu informieren und zu beteiligen, sondern sie auch gestalten und mitbestimmen zu lassen. Stadtentwicklung ist ein gewichtiger Beitrag, insbesondere die gebaute Umwelt so zu gestalten, dass die Bürgerinnen und Bürger sich wohl fühlen und ihren Bedürfnissen und Interessen nachgehen können.

Nichts liegt näher, als die Bürgerschaft an diesem Prozess teilhaben zu lassen. Eine frühzeitige allumfassende Beteiligung kann schon von vornherein sicherstellen, dass die Ergebnisse nicht nur akzeptiert oder toleriert, sondern positiv empfunden werden. Einbeziehung, Mitbestimmung und Mitwirkung richtig verstanden, heißt aber auch, Einzelinteressen differenziert zu betrachten und am Gemeinwohl zu messen. Ob an abstrakten Einzelfragen ausgerichtet oder auf einzelne Projekte bezogen, Bürgerbeteiligung bedarf Rahmenbedingungen und der Organisation. „Perspektive Alfeld (Leine)“ knüpft an die guten Erfahrungen an, die im Zuge der Stadtsanierung mit über 30 Bürgerversammlungen gemacht wurden. Der Beteiligung von Menschen mit ausländischen Wurzeln, wird zukünftig größeres Gewicht zukommen.



Voraussetzung

Bildung und Kultur
Bildung ist der Schlüssel für Entwicklung. Bildung ist Bürgerrecht. Ob als Schulbildung, Ausbildung, Berufsbildung, Weiterbildung oder Allgemeinbildung, die Qualifikation durch erlerntes Wissen und erlernte Fähig- und Fertigkeiten steigt an Bedeutung. Es gilt, die Rahmenbedingungen so auszugestalten, dass „lebenslanges Lernen“ möglich ist.

Dazu gehören auch vielfältigste Bildungsangebote in Kindertagesstätten und sämtlichen Schulen einschließlich der Volkshochschule und den Berufsbildenden Schulen – möglichst ganztägig. Um die geistigen, kulturellen und lebenspraktischen Fähigkeiten um personale und soziale Kompetenzen zu erweitern, ist „voneinander lernen“ – und „miteinander lernen“ besonders hervorzuheben. Bildung ist Teil der Kultur – Kultur verstanden als Gesamtheit der Lebensformen, Leitvorstellungen und Lebensbedingungen. Bildungs- und Kulturangebote bedingen einander. Auch für die kulturellen Angebote in Kunst, Religion und Wissenschaft gilt es, optimale Rahmenbedingungen zu setzen.

Dies soll beispielsweise in der Kunst vielfältigste Veranstaltungen in den Bereichen Musik, Theater, Film oder Literatur ermöglichen. Dem ehrenamtlichen Engagement kommt auch in diesem Zusammenhang besondere Bedeutung zu – nicht nur für die Vereins-, Heimat- und Brauchtumspflege. Kultur im hier verstandenen Sinne umfasst den toleranten Umgang mit anderen Kulturen. Die Integration von Menschen mit ausländischen Wurzeln ist eine vordringliche Aufgabe. Bildung und Kultur sind zu fördern.



Verbundenheit

Erhaltung und Fortentwicklung der städtebaulichen und dörflichen Eigenart der Ortsteile
Die Stadt Alfeld (Leine) besteht nach den Einwohnerzahlen in etwa zur einen Hälfte aus der Kernstadt und zur anderen Hälfte aus den Ortschaften Langenholzen, Gerzen, Limmer, Föhrste, Brunkensen, Hörsum, Röllinghausen, Eimsen, Dehnsen, Warzen, Sack, Wispenstein, Imsen, Wettensen und Lütgenholzen. Diese fünfzehn Ortschaften prägen die Gesamtstadt in besonderer Weise. Jede Ortschaft hat ihre eigene städtebauliche und dörfliche Eigenart, die es zu bewahren gilt. 

Jede Ortschaft bringt ihre Geschichte und ihr Gewicht in die Gesamtstadt ein. Kernstadt und Ortschaften bilden gleichsam eine Symbiose: Beide profitieren vom anderen in besonderer Weise. Die Kernstadt hält insbesondere zentrale Funktionen, öffentliche Dienstleistungen, soziale und technische Infrastruktur (Krankenhaus, Schulen, Kindergärten, Bahnhof, Hallen- und Freibad, u. ä.) sowie Versorgungs-/Einkaufsmöglichkeiten bereit, die Ortschaften bestechen durch ihre kleinteilige Struktur insbesondere im Zusammenhang mit ihrem landschaftlichen Umfeld als Ruhe-, Rückzugs- und Erholungsräume sowie als besondere Wohnstandorte mit einem ausgeprägten sozialen Zusammenhalt. Darüber hinaus bieten sie Möglichkeiten der Beschäftigung an. Nur infolge einer gesunden Aufgabenteilung zwischen Kernstadt und Ortschaften kann sich die Stadt Alfeld (Leine) als Gesamtstadt in der Konkurrenz mit anderen Städten behaupten.



Verantwortung

Förderung der kinderfreundlichen Stadt
Die Bundesrepublik Deutschland, wie auch andere Industrienationen, wandelt sich in ihrer Demografie. Die Geburtenrate hat ein Niveau erreicht, das eine Stabilität der absoluten Bevölkerungsgröße nicht mehr ermöglicht. Unsere Gesellschaft schrumpft. Dieser Prozess – in der jetzigen Form fortgeschrieben- wird dazu führen, dass sich die Anzahl von heute etwa 80 Mio. Einwohnern in fünfzig bzw. hundert Jahren halbieren bis vierteln wird. Statistiken die Stadt Alfeld (Leine) betreffend zeigen diesen Trend bereits deutlich auf: Die natürliche Bevölkerungsentwicklung ist negativ. Es sterben mehr Menschen, als dass Kinder geboren werden.

Dieser demographische Wandel stellt die zentrale Rahmenbedingung zukünftiger Stadtentwicklung dar. Wer also wachsen oder zumindest seine Größe behalten möchte, muss seine eigene Bürgerschaft binden und wenn möglich neue Bürgerinnen und Bürger anziehen. Sich als kinderfreundliche Stadt zu etablieren kann also nicht nur ein Standortvorteil gegenüber anderen Städten sein, es kann auch entscheidend dazu beitragen, dass Familien die Stadt nicht verlassen. Belange der Kinder sind besonders zu beachten. Kinder sind verstärkt in Planungsprozesse einzubinden.



Vernunft

Förderung des ökologischen Planens und Bauens

Ökologisch orientiertes Planen und ökologisch ausgerichtetes Bauen stellen heute eine Selbstverständlichkeit im verantwortungsvollen Umgang mit den natürlichen Ressourcen dar – zumindest sprachgebräuchlich. Oft wird der Anspruch der Realität jedoch nicht gerecht. Ökologie ist ganzheitlich zu betrachten und bezieht alle Lebensbereiche ein. Es geht also nicht nur darum, die Stadt möglichst grün zu gestalten. Diesen engen Blickwinkel gilt es zu öffnen. Wie wird gewohnt, wie wird gearbeitet? Wie wird sich fortbewegt? Wie wird mit Wasser und Energie umgegangen? Wie wird sich ge- und fortgebildet?

Diese und weitere Fragen gilt es nachhaltig zu beantworten und die Ergebnisse in die eigene Tätigkeit einfließen zu lassen.

Die Stadt Alfeld (Leine) ist ein gewichtiger Bauherr innerhalb der Stadt und sollte mit gutem Beispiel, insbesondere bei ihren Liegenschaften, vorangehen. Eigenes positives Wirken wird andere motivieren. Diese Bürgerinnen und Bürger gilt es dann zu beraten, zu unterstützen und zu fördern. Gleichzeitig kann die Stadt durch Planung die Voraussetzungen für ökologisches Bauen schaffen und auch einfordern. Dazu gehört beispielsweise die Stärkung der Innenentwicklung

(statt Außenentwicklung), flächensparende Bauweisen, die Förderung erneuerbarer Energien und das Ermöglichen einer

umweltverträglichen Fortbewegung. Stadtverträglicher Verkehr vermeidet Lärm und ermöglicht ein attraktives Wohnumfeld auch in zentralen Lagen. Den motorisierten Verkehr gilt es effizient zu organisieren, den Öffentlichen Personennahverkehr, den Fuß- und Radverkehr zu fördern. Dabei kommt der Mischung verträglicher Nutzungen eine weitere zentrale Bedeutung zu.