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Kontakt

Stadt Alfeld (Leine)
Tiefbauamt
Marktplatz 12
31061 Alfeld (Leine)

Projektumsetzung
Stefanie Dortmund
Marktplatz 12 (2. Obergeschoss, Zimmer 26)

Telefon: 05181 703-188
Fax: 05181 703 - 8188
E-Mail: dortmund.stefanie@kein-spam!!!stadt-alfeld.de

Kläranlage Alfeld - Ursachen, Veranlassung & Ziele

Die städtische Kläranlage wurde 1979 als vollbiologische Kläranlage nach dem Belebtschlammverfahren mit anschließender anaerober Schlammstabilisierung, Schlammentwässerung und thermischer Trocknung in Wettensen in Betrieb genommen. Sie liegt ca. 5 km nördlich der Kernstadt zwischen den Ortsteilen Wettensen und Brüggen. Die Kläranlage reinigt das anfallende Abwasser aus der Stadt Alfeld (Leine), deren Ortsteilen sowie den - nicht zu Alfeld gehörenden Gemeinden - Hoyershausen, Coppengrave und Hohenbüchen. Das gereinigte Wasser wird in die Leine eingeleitet.
Im Jahr 2009 hatten wesentliche Anlagen der Abwasserreinigung sowie der Klärschlammbehandlung ein technisches Betriebsalter von 30 Jahren erreicht. Aus dem Alter resultierten bereits technische Probleme und stetig ansteigende Betriebskosten auf der Kläranlage. Hinsichtlich der mittel- bis langfristigen Sicherstellung eines ordnungsgemäßen Abwasserbetriebes gemäß den gesetzlichen Anforderungen sowie zur Aufrechterhaltung der Nachhaltigkeit der bestehenden Bausubstanz, sollte die bestehende Kläranlage in ihren Bestandteilen bewertet werden.


Zustand der Anlage

Nachklärbecken: Sichtbare Bewehrungseisen
Brücke Vor-und Nacheindicker: Betonschäden
Primärschlammpumpwerk: Abgängige Maschinentechnik
Mechanische Entwässerung: Winkelpresse, 30 Jahre alt
Trocknung: Betonschäden, Rohrschäden
Labor: Abgängig, Platzmangel

Auf Grund der altersbedingten Sanierungsbedürftigkeit der städtischen Kläranlage wurde im März 2009 ein Auswahlverfahren mit mehreren Ingenieurbüros zur Erstellung und Bewertung der Betonsanierungsarbeiten, der örtlichen Bausubstanz, sowie die technische Beurteilung der Maschinen und E-MSR Technik durchgeführt. Bei den Erläuterungsgesprächen zur Konzepterstellung brachte das Ingenieurbüro Purena GmbH, Wolfenbüttel zusammenfassend die besten Voraussetzungen für die Wertung der bauliche Betonsanierung, Überprüfung der Funktionalität, die Mess- und Regeltechnik, die Anlagentechnik, der Sicherheitstechnik sowie die energetische Betrachtung verschiedener Anlagenteile mit. Weiterhin verfügt die Purena GmbH über Erfahrungen in den Bereichen der Verfahrenstechnik, Verfahrensabläufe und Konzepterstellung sowie deren Umsetzung im laufenden Betrieb. Purena ist nicht nur ein planendes Ingenieurbüro, sondern auch Betreiber einiger Kläranlagen.
Angesichts der dargelegten Vorteile erhielt das Ingenieurbüro Purena GmbH den Auftrag zur Erstellung eines Sanierungskonzeptes für die städtische Kläranlage.

Die Sanierung der Kläranlage wird unter dem Arbeitstitel „Konzept 2020“ geführt. Konzept 2020 bedeutet, dass die Kläranlage bis in das Jahr 2020 zukunftsorientiert ertüchtigt sein soll. Das Ingenieurbüro Purena erarbeitete die Zustandsbewertung (Ist- Zustand 2009) der Funktionseinheiten der Kläranlage und entwickelte daraus zwei mögliche Varianten für die Ertüchtigung.

Ergebnis der Zustandsbewertung der Funktionseinheiten (Stand 2010, Purena):

1. Bautechnik

  • Alle bestehenden bautechnischen Anlagen (ausgenommen Prozesswasserspeicher) sind in unterschiedlicher Abstufung abgängig
  • Die Vor- und Nacheindicker sind bautechnisch zu ersetzen

2. Maschinentechnik

  • Wesentliche maschinentechnische Anlagen erreichen ihre technische Nutzungsdauer und müssen sukzessive erneuert werden

3. E-MSR- Technik

  • Wesentliche E-MSR technische Anlagen erreichen ihre technische Nutzungsdauer und müssen erneuert und den heutigen Anforderungen entsprechend ergänzt werden





Zwei Varianten

Variante 1: Sanierung der vorhandenen Funktionseinheit, Neubau einer dritten Belebungsbecken
Variante 2: Teilsanierung

Schematische Darstellung der beiden Varianten

Variante 1
Sanierung der vorhandenen Funktionseinheit, Neubau einer dritten Belebungsbecken
Variante 1 stellt im Grundsatz eine Grundsanierung der vorhandenen Betonbauwerke, die Erneuerung der Maschinen und E-MSR- Technik sowie den zusätzlichen Bau eines dritten Belebungsbeckens dar. Die Kostenschätzung beläuft sich auf ca.13 Millionen Euro.

Variante 2
Teilsanierung
Variante 2 sieht Teilerneuerungsmaßnahmen und einen Neubau der biologischen Abwasserreinigungsstufe als Kompaktbauwerk in Kaskadenbauweise vor. Auch hier findet die Erneuerung der Maschinen und E-MSR-Technik statt. Die Kostenschätzung schließt mit ca. 12 Millionen Euro ab.

Die beiden Varianten wurden im Mai 2010 dem städtischen Bauausschuss auf der Kläranlage vorgestellt. Der Grundsatzbeschluss, die städtische Kläranlage Wettensen gemäß Variante 2 zu ertüchtigen (Konzept 2020) wurde im November 2010 beschlossen. (Vorlagen Nr. 625/XVI). Neben den Bewertungskriterien bieten die Variante 2 den Vorteil, dass im laufenden Betrieb die Anlage voraussichtlich störungsfreier umgestaltet werden kann und somit der Baubetrieb kalkulierbarer ist.

Die Umsetzung bis 2020 soll in drei unabhängigen Baumaßnahmen erfolgen.
Um die Abarbeitung folgender Maßnahmen zu gewährleisten wurde zum 1.09.2010 Stefanie Dortmund als Bauingenieurin zur Umsetzung des Konzeptes 2020 im Tiefbauamt der Stadt Alfeld (Leine) eingestellt. Frau Dortmund ist als Abteilungsleiterin für die städtische Kläranlage zuständig.

Baumaßnahme 1: Klärschlammbehandlung
Baumaßnahme 2: Neubau der Biologie
Baumaßnahme 3: Sanierung mechanische Reinigung