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Kläranlage Alfeld - Historisch

Bürgermeister Ludwig Köhler beim ersten Spatenstich

1980 ging die Kläranlage Wettensen ans Netz. Sie stellte damals eine echte Innovation dar. Ingenieure, Verwaltungsmitarbeiter und Politiker aus der gesamten Bundesrepublik pilgerten in den folgenden Jahren nach Alfeld, um sich über das "Alfelder Modell" zu informieren. 

Die 1980 aufgelegte Broschüre (hier auch im Download ca. 10 MB) über die Kläranlage eröffnet dann auch wie folgt:

"Alfeld, das Mekka der Abwassertechnik…

so sagte Bundesforschungsminister Dr. Volker Hauff in seiner Einweihungsrede am 6. Juni 1980. Die Erhaltung unserer Umwelt und der natürlichen Lebensgrundlagen ist zu einem der wichtigsten Politikbereiche des letzten Jahrzehnts geworden. Das drückt sich für die Bundesrepublik darin aus, daß wir eine sehr breite Palette von Maßnahmen im Umweltbereich angepackt haben, die sich im internationalen Vergleich sehen lassen können.

Im Zentrum unserer Bemühungen stehen dabei die Ressourcen "Luft, Wasser und

Landschaft", mit denen wir viel schonender umgehen müssen als bisher und bei denen Umweltbelastungen schon vorbeugend vermieden werden müssen.

Das Denken in Kreisläufen und die praktische Verwirklichung solcher Kreisläufe ist eine der wichtigsten Zukunftsaufgaben - beispielsweise im Wasserbereich. Der Entsorgung und Aufbereitung von Abwässern und Schlämmen kommt dabei eine wichtige Bedeutung zu.

Die Entsorgung, die als Schritt zur Schließung der Kreisläufe zu sehen ist, darf daher keine kleinere Bedeutung erhalten als die Versorgung mit Gütern.

Das Beispiel "Abwassertechnologie" macht die ökologischen Zusammenhänge besonders deutlich, da auch Abwasser in mehr oder weniger langen Zeiträumen wieder zu Trink- oder Brauchwasser wird. Gerade das Beispiel hier in Alfeld zeigt, daß zwischen ökologischen und ökonomischen Interessen kein Widerspruch bestehen muß. Betrachten wir einmal die mittleren Betriebskosten einer Kläranlage, so ist

festzustellen, daß diese bis zu 30 Prozent aus Energiekosten bestehen. Die gehobenen Anforderungen an den Gewässerschutz sowie an die Leistungsfähigkeit von Kläranlagen führten in den letzten Jahren zu einem überproportionalen Anstieg des Energiebedarfs der Kläranlagen.

Der Lösungssatz, so wie er hier in Alfeld verwirklicht wird, erscheint mir deshalb von besonderer Bedeutung, da ein wesentlicher Beitrag zur energieautarken Kläranlage geleistet wird. Ich glaube, daß dieses Ziel in Zukunft nichtals "utopisch" eingestuft werden muß, wenn der hier vorgezeichnete Weg durch konsequente Optimierung der Biogas

Erzeugung sowie der Nutzung über Kraftwärmekopplung weiter ausgebaut wird. In Kläranlagen werden zur Zeit noch erhebliche Mengen an Methangas abgefackelt, da geeignete Verwendungsmöglichkeiten bisher von den Betreibern dieser Anlagen vielfach nicht gesehen werden oder noch, nicht wirtschaftlich sind. Ich hoffe sehr, daß dieses Projekt auch für diejenigen einen Beitrag leistet, die die laufenden, nicht unerheblichen Betriebskosten bei der Klärtechnik senken wollen und deshalb vielfach auf zweitbeste Lösungen bei der Abwasserund Schlammentsorgung zurückgreifen.

Das Projekt hier in Alfeld erscheint mir aber auch deshalb von besonderer Bedeutung, da die Realisierung nur im Verbund mit einem mittelständischen Unternehmen möglich war - den ALFELDER EISENWERKEN.

Deshalb möchte ich allen Beteiligten für die bisherige kooperative und konstruktive Zusammenarbeit bei der Durchführung dieses Projekts danken und hoffe, daß dieses Projekt als Modellprojekt der Wassertechnologie über Alfeld hinaus in die gesamte Bundesrepublik Deutschland weist."

(Broschüre im Download ca. 10 MB)