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Riesen-Bärenklau ist ein Problem

26.08.2010

Der Leineverband, zuständig für die Unterhaltung von 650 Kilometern Gewässerläufen zwischen der Landesgrenze Thüringen und dem Südbereich der Region Hannover, bekämpft seit mehreren Jahren den Riesen-Bärenklau. Er wird im Volksmund Herkulesstaude genannt. Die Pflanze war ursprünglich im Kaukasus beheimatet. Sie gelangte vor fast 100 Jahren nach Westeuropa und verbreitete sich hier aufgrund ihrer Eigenschaften von Italien bis zum Nordkap.

Die besonderen Merkmale dieser Pflanze sind ihr bis zu vier Meter hoher Wuchs, große gezackte Blätter und mächtige Blütendolden, die in den Monaten Juni und Juli auf große Entfernung sichtbar sind. Aus diesen Blütendolden reifen in jeder Pflanze bis zu 40.000 Samen. Innerhalb eines Jahres kann sich die Staude mehrere hundert Meter im Umkreis um ihren Standort verbreiten. Besonders fatal ist zudem die Tatsache, dass sich die ausgereiften Samen aufgrund ihrer mehrtägigen Schwimmfähigkeit äußerst rasant über die fließende Welle an den Ufern der Gewässer und in den Überschwemmungsflächen ausbreiten und wie gesät auskeimen.   

Regelmäßig wird auf die von dieser Pflanze verursachten schweren Hautverbrennungen beim Menschen hingewiesen. Trotzdem ist immer wieder festzustellen, dass sie häufig nicht oder nur unzureichend vernichtet wird.

So muss der Leineverband des öfteren feststellen, dass die Staude in den Einzugsgebieten seiner Fließgewässer nicht mit aller Konsequenz dezimiert wird. Das wirkt sich vor allem erschwerend auf die Unterhaltung der Gewässer aus, weil bei erforderlichen Arbeiten an den Gewässerufern die Gesundheit der Mitarbeiter des Verbandes erheblich gefährdet werden können. Auch die heimische Pflanzenwelt und damit auch der natürliche Uferschutz werden durch die starke Ausbreitung der Herkulesstaude erheblich beeinträchtigt.

Der Leineverband empfiehlt folgende wirkungsvolle Maßnahmen:

Um eine weitere Ausbreitung zu verhindern, müssen nach der Blüte, aber rechtzeitig vor dem Samenfall auf den Erdboden, alle mit den Samen ausgereiften Dolden abgeschnitten werden, sobald die Pflanze zu verwelken beginnt. Ein sicheres Anzeichen dafür ist auch deren Gelbfärbung.

Die Samen sollten in keinem Fall der Kompostierung zugeführt werden, sondern zunächst sicher aufbewahrt und dann möglichst verbrannt werden.

Aus Gründen der unmittelbaren Gefahrenabwehr ist es besonders wichtig, in den Sommermonaten alle Stauden zu beseitigen, die insbesondere an Verkehrsflächen, Grünanlagen und Plätzen öffentlich zugänglich sind. Besonders die Blütenstände sollten verbrannt werden, um einer potentiellen Samenbildung vorzubeugen. Allerdings wächst die Pflanze sehr aggressiv wieder nach und bildet erneut Blüten. Es ist deshalb unerlässlich, die Jungpflanze und deren Blüten wieder abzuschneiden und zu entsorgen. Auch das Abmähen oder Mulchen der Pflanzen ist in keinster Weise Erfolg versprechend. Im zeitigen Frühjahr der folgenden Jahre müssen generell alle Jungpflanzen entweder mit ihrem gesamten Wurzelwerk ausgegraben und zum Restmüll gegeben werden oder bei größerem Flächenvorkommen mit dem Pflanzenschutzmittel Garlon 4 (Genehmigung durch das Pflanzenschutzamt der Landwirtschaftskammer Hannover ist erforderlich!) behandelt werden.

Das Tragen von Schutzkleidung wird generell dringend angeraten. Bei Kontakt mit den pflanzlichen Säften müssen die betroffenen Körperstellen umgehend mit reichlich Wasser abgewaschen und schnellstens ein Arzt aufgesucht werden. Die Bekämpfung an heißen Tagen sollte unterbleiben.

Eine erfolgreiche Bekämpfung dieser Giftpflanze erfordert gemeinsame Anstrengungen aller Beteiligten. So arbeitet der Verband in seinem Gebiet mit den Unteren Naturschutzbehörden und den betroffenen Gemeinden eng zusammen.

www.leineverband.de