
Ursachen - warum diskutieren wir überhaupt über unsere beiden Bäder? (Stand: 2008)
Beide Bäder - sowohl das Hallen- als auch das Freibad - haben einen außerordentlich hohen Sanierungsbedarf. Zum Teil sind beide Bäder marode.
Die notwendigen Maßnahmen des Hallenbades im Einzelnen:
• Sanierung der gesamten Lüftungs- und der gesamten Schwimmbadtechnik;
• Einsatz einer umfassenden Gebäudeautomation (Mess- und Regeltechnik);
• Erneuerung der Sanitärtechnik sowie der sanitären Wand-, Boden- und Deckenbeläge;
• Erneuerung der Elektroinstallation;
• Sanierung der Beckenköpfe, der Rinnen und der Beckenumgänge;
• Erneuerung der Fensterfassade (auch Wände) - Wärmedämmung;
• Erneuerung der Dachabdichtung und -dämmung; Ersatz schadhafter Trapezbleche
• Erneuerung der abgehängten Decke und der Beleuchtung
• Erneuerung der Umkleidekabinen und Schränke;
• Sanierung der Sauna und des Saales - Carré.
Die Sanierungskosten belaufen sich auf einen Betrag von mindestens 3.250.000 Euro. Überdies kommt es aufgrund des problematischen Baugrundes immer wieder zu Bauschäden durch Setzungserscheinungen. Mit einer neuen notwendigen Gründung käme eine Sanierung einem Neubau gleich. Auch die hieraus zusätzlich aufzuwendenden Kosten führen dazu, dass eine Sanierung des Hallenbades fachlich nicht zu vertreten ist.
Die notwendigen Maßnahmen des Freibades im Einzelnen:
• Sanierung der gesamten Schwimmbad- und der gesamten Sanitärtechnik (u.a. Duschen und Toiletten);
• Einsatz einer automatischen Mess- und Regeltechnik;
• Erneuerung der Elektrotechnik;
• Sanierung der Beckenform/Beckenabdichtung sowie des Beckenkopfes/ Rinnensystems;
• Erneuerung der Umkleidekabinen und Schränke.
Der laufende Betrieb des Freibades ist unwirtschaftlich. Dazu tragen die täglichen Wasserverluste von insgesamt 25 m3 (!) in Folge von Undichtigkeiten bei. Hinzu kommt die Verdunstungs- und Wärmeverlustproblematik der mit 1.887 m2 immensen Wasserflächen im Freien. Bei gleichzeitiger Veränderung der Beckenstruktur und -form sowie deutlicher Reduzierung der Wasserflächen belaufen sich die Sanierungskosten des Freibades auf einen Betrag von mindestens 1.810.000 Euro. Eine Sanierung des gesamten bestehenden Freibades würde ein Mehrfaches dieser Summe ausmachen.
Im Ergebnis summieren sich die Sanierungskosten auf einen Betrag von über 5 Mio. Euro. Zusätzlich besteht die Problematik, zwei Bäder an zwei verschiedenen Standorten zu betreiben. Die Technik wird zur Zeit doppelt vorgehalten. Die Übergangszeiten sind nicht nutzerfreundlich. Jedes Bad wird nur für eine bestimmte Zeit betrieben, geht regelmäßig vom Netz und muss nach der Ruhezeit wieder in Betrieb genommen werden. Dieser Umstand verursacht erhebliche Kosten auch durch einen erhöhten Personalaufwand.
Alle diese Punkte berücksichtigend macht es wenig Sinn, die beiden Bäder zu sanieren.
Eine Sanierung wäre darüber hinaus auch nicht mit einer Attraktivitätssteigerung beider Bäder verbunden. Deshalb sind wir zu dem Entschluss gekommen, über neue Bädermodelle nachdenken zu müssen. Die Zeit dazu drängte zusätzlich, weil aufgrund der Schäden an beiden Bädern deren Ausfallzeiten anstiegen. Insbesondere der dauerhafte Betrieb des Hallenbades ist unter Umständen
Chronik - was ist bisher gelaufen? (Stand: 2008)
Die intensive inhaltliche Auseinandersetzung mit dem Hallen- und dem Freibad läuft bereits seit mehreren Jahren. Nachdem die Sanierungskosten für beide Bäder ermittelt waren und die Notwendigkeit wuchs, über neue Bädermodelle nachdenken zu müssen, erteilte der Sport- und Bauausschuss in seiner Sitzung am 09.01.2007 der Verwaltung den Auftrag, "(...) die Planung für ein sogenanntes Ganzjahresbad am Standort des heutigen Freibades einzuleiten. Der erste Schritt war die Durchführung eines so genannten "VOF-Verfahrens" (europaweite Ausschreibung) zur Ermittlung eines geeigneten Planungs-, Architektur- und Ingenieurbüros."
Im Rahmen dieser der europaweiten Ausschreibung wurde das Büro Dr. Krieger Architekten und Ingenieure aus Velbert mit vier anderen Bewerbern unter 22 Teilnahmeanträgen (insgesamt 67 Planungsbüros, die teilweise Bewerbergemeinschaften bildeten) durch ein Auswahl-gremium zur Teilnahme an Bietergesprächen ausgewählt. Auswahlkriterien waren:
• Fachliche Qualifikation des Projektleiters;
• Fachliche Qualifikation des Projektteams;
• Referenzen.
Im Rahmen dieser Bietergespräche wurden die fünf ausgewählten Bewerber vom Auswahlgremium nach einem Punktesystem zu folgenden Vergabekriterien bewertet:
• Gewonnener Eindruck über den Bieter/ die handelnde Person/ die Projektorganisation;
• Aussagen zur Organisation der Projektüberwachung;
• Honorar.
Das Büro Dr. Krieger Architekten und Ingenieure aus Velbert wurde als geeigneter Bewerber ermittelt. Das Büro Dr. Krieger gilt im Bereich des Sport- und Bäderbaus als eines der bundesweit führenden Büros. Es ist in Familientradition seit über 40 Jahren in diesem Bereich tätig und hat über 170 Bäderprojekte realisiert.
Zusammen mit dem Büro Dr. Krieger hat die Verwaltung folgende Ziele für die Planung eines Ganzjahresbades festgelegt:
• Alle Nutzergruppen sind zu berücksichtigen (Kitas, Schulen, Vereine, Kinder, Jugendliche, Familien, ältere Menschen, Menschen mit Behinderungen, Früh-, Spät-, Gesundheits- und Gelegenheitsschwimmer);
• Das Bad soll freie und überdachte Bade- und Schwimmflächen anbieten (Allwetterbad).
• Bei den Nutzungsansprüchen soll möglichst keine Verschlechterung zum jetzigen Stand erfolgen.
• Ein besonderes Augenmerk ist auf die Kosten zu richten (kein Luxus- oder Spaßbad).
Gemeinsam wurden verschiedene Modelle für ein Allwetterbad entworfen.
Dabei stand insbesondere die Berücksichtigung folgender Aspekte
im Vordergrund:
• Optimale Belichtung und Besonnung der Hallenbereiche und des Außengeländes;
• Beachtung der besonderen Boden- und Grundwasserverhältnisse;
• Sicherung des gesunden Baumbestandes;
• Minimierung der Lärmbelästigung für das Wohngebiet Katthagen;
• Sicherung und Einbeziehung der erhaltenswerten und prägenden Hochbauten des Freibades;
• Optimierung der Erschließungssituation (Parkplätze, Bushaltestellen);
• Entwicklung von Synergien mit dem Sportplatz (z. B. Umkleiden, Gastronomie, u. ä.);
• Option auf einen zeitgemäßen Saunabereich.
Drei der entwickelten Modelle wurden als Vor-Entwürfe von der Verwaltung in die öffentliche Sitzung des Sport- und Bauausschusses am 01.11.2007 zur politischen Beratung eingebracht. Die Präsentation und Beteiligung der interessierten Öffentlichkeit erfolgte unter großer Resonanz am 15.11.2007 im Rahmen der Alfelder Stadt-Gespräche im Fagus-Werk. Es gab kritische Stimmen zum Verlust des 50m - Beckens und zur Reduzierung der Wasserflächen im Freien. Mehrheitlich sprachen sich die anwesenden Bürgerinnen und Bürger jedoch für die Variante 2 des Allwetterbades aus und formulierten ergänzende Wünsche (u. a. den Bau einer Rutsche, die Vergrößerung der Wasserfläche im Familienbecken, eine zusätzliche Bahn im 25m - Becken). Weitere kritische Einwände wurden zu den Gesamtkosten vorgebracht.
Diese Aspekte zum Teil berücksichtigend, entschieden der Sport- und Bauausschuss am 26.11.2007 und der Rat der Stadt Alfeld (Leine) am 20.12.2007 mehrheitlich, die Variante 2 des Allwetterbades zur Genehmigungsplanung zu führen.