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Entwurf

Stand: April 2008



Der Rat der Stadt Alfeld (Leine) hat in seiner Sitzung am 20.12.2007 mehrheitlich beschlossen, die Vorentwurfsvariante 2 des Planungsbüros Dr. Krieger zum Allwetterbad unter Berücksichtigung der Anträge der SPD-Ratsfraktion (Einbau einer Rutschenanlage, Vergrößerung der Beckenbreite des Familienbeckens um einen Meter, Verkleinerung der vorgesehenen Insel) zur Genehmigungsplanung zu führen.

Für den Saunabereich hat der Rat der Stadt Alfeld (Leine) mehrheitlich den Antrag der SPD-Ratsfraktion beschlossen, einen privaten Investor für den Bau und den Betrieb bzw. alternativ einen privaten Betreiber für den Abschluss eines langfristigen Vertrages zu suchen, aus dessen Einnahmen die Finanzierungskosten haushaltsneutral erwirtschaftet werden.



Die Genehmigungsplanung liegt nun inkl. Saunabereich unter Berücksichtigung der o.g. beantragten Änderungen vor:

ÜbersichtsplanAußenanlagenplanTeilgrundriss 1 ErdgeschossTeilgrundriss 2 ErdgeschossGrundriss Untergeschoss, DachaufsichtSchnitte 1, Schnitte 2, Ansichten

Erläuterungen zu den Entwurfsplänen des beauftragten Planungsbüros Dr. Krieger Architekten Ingenieure, Stand: April 2008:

1. Planungsziel

Das Allwetterbad soll neben einem vielfältigen Angebot für Schul-, Vereins- und Freizeitsport ein Familienbad für Jung und Alt mit hohem Freizeit- und Erholungswert sein. Es ist kein sog. Spaßbad. Ergänzt wird dies durch den geplanten Sauna- und Wellnessbereich und einer Gastronomie, die sowohl von Bade- als auch von Saunagästen genutzt werden kann.

2. Erschließung

Die Erschließung des Bades erfolgt wie bisher über die Straße "Im Hindenburgstadion". Die Straße bleibt für den Pkw-Verkehr gesperrt und wird lediglich vom Anlieferungsverkehr zum Betriebshof bzw. zur Gastronomie genutzt. Zwischen Ziegelmasch und Stadion wird ein neuer Parkplatz mit ca. 100 Stellplätzen erstellt. Die stadionseitig vorhandenen Fahrradstellplätze bleiben erhalten.

3. Gründung

Aufgrund der durchgeführten Baugrunduntersuchungen ist eine Tiefgründung über Verbund-Verpresspfähle geplant. Mit dieser Art der Gründung können sowohl Druck- als auch Zugkräfte sicher und wirtschaftlich aufgenommen werden. Es handelt sich um ca. 500 Betonpfähle mit einer Länge von ca. 8 bis 10 m und einem Durchmesser von 20 cm. Das Untergeschoss wird als "weiße Wanne" aus wasserundurchlässigem Beton hergestellt. Im Saunabereich reicht eine Flachgründung mit einer 20 cm starken Bodenplatte aus, jedoch muss darunter ein 1 m hoher Bodenaustausch vorgenommen werden.

4. Der Zugang

Das Erdgeschossniveau liegt ca. 1 m über dem vorhandenen Gelände. Der Haupteingang ist über eine Treppenanlage sowie über eine behindertengerechte Rampe erreichbar. Der Badegast betritt durch einen Windfang das Foyer und kann von hier aus auf direktem Weg sowohl in das Bad als auch in den Saunabereich gelangen. Im Foyer findet der Besucher Empfang und Kasse, Wartezonen und WC-Anlagen. Verwaltungs- und Personalräume sind durch einen Flur vom Foyer aus oder durch einen separaten Eingang direkt von außen erreichbar. Ein zusätzlicher Eingang dient optional als Zugang für Schulen, Vereine und evtl. Frühschwimmer bzw. als zusätzliche Nutzungseinheit für das Stadion.

5. Der Umkleidetrakt
Unmittelbar über den Kassenbereich erschlossen findet der Besucher die Einzelumkleiden, die Behindertenumkleide, Vorreinigung und WC-Anlagen sowie die Sammelumkleiden u. a. für Schulen und Vereine. Es stehen 4 Sammelumkleiden zur Verfügung mit insgesamt 44 Einzelschränken und 48 Doppelschränken (140 Gefache). In jeder Sammelumkleide gibt es eine separate Umkleide, z. B. für Lehrer. Im Einzelumkleidebereich befinden sich 3 Familienumkleiden und 10 Wechselzellen, sowie die entsprechenden Schrankanlagen - insgesamt 90 Einzelschränke und 78 Doppelschränke (246 Gefache). Durch die Anordnung der Wechselzellen erfolgt eine klare Trennung von Stiefel- und Barfußgang. Menschen mit Behinderungen stehen eine Umkleide und eine behindertengerechte Vorreinigung zur Verfügung. Abstellflächen für Rollstühle befinden sich vor der Umkleide.

6. Der Sportbereich

In einer zweiseitig verglasten Halle, deren südliche Glasfassade bis auf eine Höhe von ca. 2,50 m aufschiebbar ist, befindet sich das Sportbecken mit einer Größe von 12,50 m x 25,00 m (312,50 m²). Das Becken umfasst 5 Bahnen á 25,00 m mit einer durchgehenden Wassertiefe von ca. 1,90 m und ist mit folgenden Einbauten ausgestattet: 5 Startblöcke, Fehlstart- und Rückenschwimmeranlage, 4 Schwimmleinen mit Anhängevorrichtung, 1 Behindertenlift, Anschlag-Wendeplatten, Einstiegleitern. An der Längsseite des Beckens ist eine Wärmebank angeordnet. Im funktionalen Zusammenhang zum Sportbecken befinden sich Geräteräume und der Schwimmmeister- und Sanitätsraum mit Blick in den Sport- und Familienbereich.

7. Der Lehrschwimmbereich

Vom Sportbecken aus über einen räumlich abgetrennten Zugang und eine behindertengerechte Rampe gelangt man in den 45 cm tiefer liegenden Beckenumgang des Lehrschwimmbeckens. Dieser Bereich ist alternativ direkt über die Sammelumkleiden erreichbar. Das Lehrschwimmbecken mit einer Größe von 10,00 m x 8,00 m (80 m²) ist mit einem Hubboden ausgestattet, der die Nutzung des Beckens von Null bis zu einer Tiefe von 1,80 m zulässt. Hier sind Kurse, wie z.B. Aqua-Jogging, Aqua-Cycling, Wassergymnastik, Babyschwimmen, Schwimmkurse für Kinder etc. möglich.

8. Der Familienbereich

Der Familienbereich mit dem familienfreundlichen Nichtschwimmerbecken, dem Klein-/Kleinstkindbecken, der Rutschenanlage und der Gastronomie ist direkt durch den Einzelumkleidebereich oder vom Sportbereich aus über einen räumlich und akustisch getrennten Zugang zu erreichen. Das familienfreundliche Nichtschwimmerbecken mit einer Länge von 25 m, einer Wasserfläche von 275 m² und einer Wassertiefe von 1,25 m beinhaltet 3 Schwimmbahnen á 25,00 m sowie Attraktionen wie Strömungskanal mit Schaukelgrotte und Bodenbrodel, Kletterfisch (siehe Wasserspielgeräte), Spritzkanonen, Nackenduschen, Massagedüsen und Sprudelliegen. An der dem Bestandsgebäude zugewandten Seite des familienfreundlichen Nichtschwimmerbeckens ist die 60m-Röhrenrutsche ?Black Hole? mit Lichteffekten, Treppenturm und Landebecken als gesondertes Innenbecken angeordnet. Das Klein-/Kleinstkindbecken mit einer Größe von 32 m² und einer Wassertiefe von 0,00 - 0,30 m ist mit einem Piratenschiff, Wasserkanonen, Rutsche, schiefer Ebene, Halbkugeln und Wasserigeln ausgestattet. Wickeltisch und Waschbecken stehen am Beckenrand zur Verfügung. Die Gastronomie ist in unmittelbarer Nähe zu beiden Becken angeordnet, so dass die Kinderbeaufsichtigung auch von dort aus möglich ist. Ruheflächen befinden sich am Beckenumgang und auf der Empore. Die Halle des Freizeitbereiches ist dreiseitig mit Sonnenschutzglas ausgestattet, alle drei Glasfassaden lassen sich bei Bedarf bis zu einer Höhe von ca. 2,50 m aufschieben. Das Hallendach mit seinem ca. 165 m² großen lichtdurchlässigen ETFE-Folienkissen lässt sich über eine Kranbahn auffahren. Dies ermöglicht sowohl Freibad- als auch Hallenbadnutzung und führt zu nicht unerheblichen Einsparungen beim Wasserflächenbedarf. Die ETFE-Folie ist zum Sonnenschutz mit Punkten bedruckt.

9. Der Saunabereich

Der Saunabereich ist über das Foyer bzw. den Gastronomiebereich zugänglich. Er ist räumlich, akustisch und brandschutztechnisch von allen anderen Bereichen getrennt und bietet folgende Attraktionen: Warmbecken als Außenbecken (Größe: 29 m², Wassertiefe: ca. 1,00 m) mit Unterwasser-Liegen, Finnische Sauna, Sanarium mit Lichttherapie, Dampfbad, Blockhausaufgusssauna, Kaminhaus, Kalttauchbecken und Kaltduschbereich, Fußbecken, 2 Massageräume, 1 Schönheitsbad, Solarium und Schlammbad mit zwei separaten Duschen, Kaminraum, mehrere Ruheräume, Saunagarten und Gastronomiebereich. Das endgültige Angebot ist mit dem zukünftigen Saunabetreiber abzustimmen.

10. Gastronomie

Die Gastronomie bedient an zentraler Stelle sowohl das Bad innen und außen (Terrasse) als auch die Sauna. Erforderliche Nebenräume der Küche wie Lagerräume und Kühlräume sind in der Planung berücksichtigt. Die Anlieferung erfolgt über den Vorplatz.

11. Verwaltung und Personalräume

Zwischen Eingangsfoyer, Küchennebenräumen und Sauna sind Verwaltungsräume, Umkleide- und Sanitärräume für das Bad- und Küchenpersonal angeordnet.

12. Außenbereich

Familien- und Sportbereich erhalten umlaufende Sonnenterrassen, höhengleich mit dem Beckenumgang, so dass sich bei Fassadenöffnung großzügige Ruheflächen ergeben. Die Terrassen sind durch Böschungen mit Pflanzstreifen und Durchschreitebecken von der ca. 1 m tiefer liegenden Liegewiese abgegrenzt. Liegewiese und vorhandener Baumbestand bleiben weitgehend erhalten. Die Gastronomie lässt sich bei Aufschieben der Glasfaltwände ebenfalls um eine Terrasse erweitern. Im vorhandenen Technikgebäude sind zusätzliche Duschen- und WC-Anlagen für die Freibadsaison sowie ein Verkaufskiosk geplant. Im Bereich hinter dem Sprungturmbecken und dem umgeplanten Technikgebäude sind folgende Sport- und Spielflächen vorgesehen: Beachvolleyballfeld, Bolzplatz, Tischtennisplatten, Sandfläche mit Kletterschiff, Spielhügel mit Felsentreppe und Quellbecken, Wasserkaskaden, Wasserlauf sowie Sand-Matschfläche. Das Beachvolleyballfeld und der Bolzplatz werden mit Ballfangzäunen so umschlossen, dass sie entweder von der Badseite oder vom öffentlichen Gelände aus zugänglich sind. So können Spiele auch unabhängig von den Öffnungszeiten des Allwetterbades stattfinden.

13. Technik

Neben dem Wärmekonzept wurden vom Büro Dr. Krieger auch die Bereiche Badewassertechnik, Lüftungstechnik, Sanitärtechnik, Elektrotechnik sowie Mess-, Steuer- und Regeltechnik auf Grundlage des Entwurfs geplant.