Auch die drei Solisten sind lange mit der Musikschule verbunden: Corinna Birke (Sopran), jetzt Staatsoper München, erhielt ihren ersten Gesangsunterricht in Alfeld, Rainer Thomsen (Tenor) ist, seitdem er kurzfristig die Titelpartie in Beethovens "Christus am Ölberg" übernahm, mehrfach in Alfeld aufgetreten und Werner Kraus (Bass) war viele Jahre Gesangslehrer an der Musikschule.
Joseph Haydn lernte bei seinen spektakulären London-Reisen die auf Händel zurückgehende englische Oratorientradition kennen. Er erhielt von seinem Agenten Peter Salomon ein englischsprachiges Libretto der "Schöpfung", das ursprünglich für Händel bestimmt gewesen war. In Wien ließ er es übersetzen und es wurde dort im Jahr 1798 mit einem Riesenerfolg uraufgeführt.
Nach einer Orchestereinleitung, die das Chaos "vorstellt" erzählen die drei Erzengel Gabriel, Uriel und Raphael zusammen mit dem Chor die sechs Schöpfungstage nach dem Bericht der Genesis, bis das erste Menschenpaar Adam und Eva als Krone der Schöpfung erscheint. Durch Gottes Wort wird aus der Finsternis Licht, aus dem Chaos entsteht die schöne neue Welt der harmonischen Ordnung.
So erscheint noch einmal in diesem Werk das optimistische Weltbild des 18. Jahrhunderts, des Jahrhunderts der Aufklärung.
Dem entspricht die musikalische Gestalt: Schlichte, volkstümliche Melodik einerseits ; geordnete Kontrapunktik andererseits; Natürlichkeit und Kunst selbstverständlich vereint. Auf der einen Seite stehen Orchestersätze, Arien, Ensembles und Chöre, auf der anderen Seite kunstvolle Kombinationen von Soli und Tutti. Der selbstverständlichen Schönheit dieser Musik kann sich keiner entziehen.

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