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Das Fagus-Werk ist Weltkulturerbe

24.06.2011

Das Fagus-Werk ist am 25.06.2011 in Paris vom UNESCO-Welterbe-Komitee zum Weltkulturerbe erklärt worden. Hierzu beglückwünsche ich im Namen aller Bürgerinnen und Bürger der Stadt Alfeld (Leine) die Familie Greten als Inhaber des Werkes und alle Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter aufs Herzlichste.


 „Unser Reichtum sind nicht unsere Maschinen und Gebäude, sondern das Wissen und das Können und die Einsatzbereitschaft unserer Mitarbeiter”. (Carl Benscheidt, 1911)

Ebenfalls 1911 beauftragte Benscheidt den seinerzeit weitgehend unbekannten Architekten Walter Gropius mit der Errichtung einer Schuhleistenfabrik, die neben ihrer Funktionalität als Industriebau vor allem auch den Belangen der Mitarbeiterschaft Rechnung tragen sollte. Diese Entscheidung belegt Benscheidts Überzeugung, das weitsichtiges und innovatives unternehmerischen Handelns gekoppelt werden muss mit einer Hinwendung zu sozialen Fragestellungen. Zugleich konnte Gropius seine Vision von der Zukunft der Arbeit und Architektur Gestalt verleihen. Entstanden ist ein lichtdurchfluteter architektonisch kühner Bau, der weltweit eine Novität darstellte. Auch heute, 100 Jahre später, wirkt das Gebäude modern und zeitgemäß. Es gilt als erster Industriebau der Moderne und hat, bereits vor der Klassifizierung als Weltkulturerbe, weltweite Berühmtheit erlangt.

Besondere Verdienste für den Erhalt des Werkes haben sich die Eigentümer, die Familie Greten - Nachfahren von Carl Benscheidt - erworben. Seit 1984 wird der gesamte unter Denkmalschutz stehende Firmenkomplex restauriert. Im Jahr 2000 wurde das Fagus Werk dezentrales Expo-Projekt und erhielt im ehemaligen Lagerhaus auf 3000 qm Fläche eine vielbeachtete Ausstellung. All´ dies bedeutete für Familie und Belegschaft sicher eine Kraftanstrengung. Umso mehr als die Fabrik noch heute im Schwerpunkt in ihrer ursprünglichen Funktion - nämlich als Produktionsstätte für Schuhleisten - betrieben wird. 


Dennoch wurde mit Liebe und viel Herzblut die große Herausforderung in einem denkmalgeschützten Gebäude weiter zu produzieren und es zugleich, seiner architektonischen Bedeutung entsprechend, der Öffentlichkeit zugänglich zu machen, gemeistert. Für diese Leistung, die man durchaus als einzigartig bezeichnen kann, gilt es Unternehmern wie Belegschaft gleichermaßen zu danken.

Seit vielen Jahren ist das Fagus Werk für Alfeld und die ganze Region des Leineberglandes zu einem Ort der Begegnung, der Kultur und des gemeinschaftlichen Diskurses geworden. Große Konzerte haben in den Räumlichkeiten ebenso ihren Platz gefunden wie die Kleinkunst. Vorträge und Veranstaltungen wie die Alfelder Stadtgespräche halten den bürgerschaftlichen Diskurs in unserer Stadt lebendig. Wohlgemerkt: alles das findet in der laufenden Produktion Platz.

Welche Bedeutung die Ernennung des Fagus Werkes zum Weltkulturerbe für die gesamte Region haben wird lässt sich noch gar nicht in Gänze absehen. Sicher ist, dass die Popularität des Werkes in den nächsten Wochen und Monaten exponentiell steigen wird. Damit sicher auch die Besucherzahlen des Werkes. 

Bei den Bürgerinnen und Bürger der Stadt Alfeld (Leine) ist das Wissen um die Schönheit und die Bedeutung des Fagus Werkes ohnehin fest verankert. Wir sind stolz und froh darüber, ein solches Werk mit weltweit erfolgreichen Produkten am Standort Alfeld zu haben.

Wir sind glücklich über ein florierendes Unternehmen mit beispielhaft engagierten Menschen und einer Geschäftsleitung, die sich nicht allein dem Erhalt des architektonischen Erbes Walter Gropius´ verpflichtet fühlt, sondern nach wie vor auch dem sozialen Engagement des Firmengründers Carl Benscheidt. 

„Unser Reichtum sind nicht unsere Maschinen und Gebäude, sondern das Wissen und das Können und die Einsatzbereitschaft unserer Mitarbeiter” (Carl Benscheidt)

Liebe Familie Greten, liebe Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in der Produktion:
Herzlichen Glückwunsch und vielen Dank für die geleistete Arbeit!
Auf weitere gute Zusammenarbeit!

Bernd Beushausen
Bürgermeister der Stadt Alfeld (Leine)

                                                                     Zum Fagus-Werk geht es hier.

                                                                     Homepage der UNESCO